• Laura Mörschburger

Meditation - Der Einstieg

Aktualisiert: 2. Juni 2020




Ein wandernder Geist ist ein unglücklicher Geist - Wissenschaftler der Harvard University konnten nachweisen, dass die Stimmung von Menschen gedrückt ist, wenn deren Gedanken in bestimmten Situationen nicht fokussiert sind. Und Meditation hilft dir eben genau dabei, nämlich dich wieder zu fokussieren und so deine Konzentration zu steigern.


Meditation - Ergebnisse aus der Forschung


Untersuchungen zeigen, dass Meditation zu folgenden positiven Effekten beiträgt:


  • Dir gelingt es leichter, deine Aufmerksamkeit gezielt zu lenken

  • Dir gelingt es leichter, deinen Körpergefühle und deine Bedürfnisse wahrnehmen

  • Dir fällt es leichter, Reize neu einzuordnen

  • Dir fällt es leichter, deine Emotionen besser zu regulieren, indem du erst einmal beobachtest und nicht gleich reagierst. Auf diese Weise kannst du auch konditionierter Reaktionen überschreiben

  • Dir gelingt es leichter, Gedankenkreisen (Grübeln) zu unterbrechen

  • Deine Konzentrationsfähigkeit steigt

  • Deine Gedächtnisleistung steigt

  • Du kannst besser Stress verarbeiten

  • Die Dichte deiner grauen Substanz in caudalen Hirnstamm-Regionen nimmt zu, was wiederum positive Auswirkungen auf dein Herz hat


Alles in allem hat Meditation einfach so viele Vorteile, so dass es schade wäre, wenn du es nicht für dich ausprobierst.


Meditationsarten.


Es gibt viele verschiedene Meditationsarten. Daher ist es wichtig, dass du für dich viel ausprobierst, denn es kann sein, dass du die eine Meditationsart liegt und dir eine andere total absurd vorkommt.

Ich habe gute Erfahrungen mit den Techniken aus dem mbsr gemacht. Hier wird oft der Bodyscan gemacht, aber auch achtsames Essen, Gehmeditationen und Yoga als Meditation spielen hier eine Rolle. Dem gegenüber stehen Mantra-Meditationen, bei denen immer wieder das gleiche Mantra wiederholt wird.

Die interessanteste Meditationserfahrung die ich gemacht habe, war bei einem 10 tägigen Schweige-Retreat, dem Vipassana. Hier lernt man eine sehr alte Meditationstechnik, die beispielsweise auch dem mbsr zu Grunde liegt.


Aber was genau muss ich denn bei der Meditation machen?


Man sieht immer Menschen meditieren, doch was machen die eigentlich?


Bergomi hat acht Dimensionen gefunden, die ganz gut zeigen, was bei der Meditation geschult wird. Im folgenden sind diese Dimensionen kursiv gedruckt:

Für die Meditation setzt du dich bequemen hin und nimmst zunächst einmal nur wahr, dabei nimmst du deine äußeren (z.B. Wind, Geräusche) und inneren Empfindungen (z.B. Gedanken) wahr. Und achtest bewusst auf das was in diesem Moment geschieht. Dabei hilft dir deine Atmung, da die ja immer im Jetzt ist. Und wenn deine Gedanken abschweifen, dann nimmst du eine annehmende, nicht-urteilende, mitfühlende Haltung ein. D.h. du bist nicht frustriert, wenn du dich dabei erwischst, wie deine Gedanken abschweifen, sondern lenkst sie zurück zum Atem. Weiter nimmst du auch eine offene, nichtvermeidende Haltung ein, das ist besonders wichtig, wenn unangenehmen Gedanken oder Emotionen auftauchen. Du reagierst nicht auf diese, sondern beobachtest einfach nur. Und dabei kannst du deine Empfindungen wie von außen, so als ob du eine Dritte Person bist beobachten. Auf diese Weise relativieren sich deine Gedanken und dir wird bewusst, dass deine Sicht der Dinge subjektiv ist und eine Seite der Medaille widerspiegelt. Du verstehst auch ganz einsichtsvoll, dass sich bestimmte Situationen erst durch deine Einstellung ergeben und dir wird klar, wenn du dir unnötig das Leben schwer machst.


Wie fängst du an?


Schon 3 Minuten täglich machen einen Unterschied. Wenn es Dir leichter fällt, kannst du meine geführte Meditation nutzen (Ich veröffentliche alle 2 Wochen eine neue Meditation). Starte mit 3 Minuten und steigere dich dann langsam. Die positiven Effekte sind wirklich enorm.


Ich habe für dich 2 kurze Meditationen aufgenommen, so dass du zwei verschiedene Arten der Meditation kennenlernst und für dich ausprobieren kannst, was dir besser liegt. Viel Freude beim ausprobieren.

1. Der Body Scan


Bei dem Body Scan fängst du mit den Füßen an und wanderst im Geiste deinen Körper durch. Und sobald du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, komme mit deiner Aufmerksamkeit und deiner Konzentration wieder zurück zur jeweiligen Körperregion. Dabei beobachtest du und nimmst wahr. Du veränderst nichts und wertest nicht, sondern nimmst einfach nur wahr.





2. Mantra Meditation: SA TA NA MA - Kirtan Kryia

Die Kirtan Kryia kommt aus dem Kundalini Yoga und basiert auf dem Mantra SA TA NA MA. Das Mantra SA TA NA MA – bedeute Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. Der ewige Zyklus, der Kreislauf des Lebens, die ständige Erneuerung.


Dieses Mantra wird mit Mudras, also Fingerhaltungen, kombiniert.

  • Bei SA berühren sich Daumen und Zeigefinger

  • Bei TA berühren sich Daumen und Mittelfinger

  • Bei NA berühren sich Daumen und Ringfinger

  • Bei MA berühren sich Daumen und kleiner Finger


Dabei wird das Mantra 1 Minute laut rezitiert - 1 Minute geflüstert - 2 Minuten im stillen - 1 Minute geflüstert - 1 Minute laut rezitiert.


Setze dich bequem in einfacher Haltung (Schneidersitz) auf den Boden und halte die Wirbelsäule gerade. Platziere die Hände locker mit den Handflächen nach oben auf den Knien. Beginne die Meditation.


Ich hab Dir die Meditation zu einem besseren Verständnis aufgezeichnet. Ich fand das Vogelgezwitscher im Hintergrund so herrlich, dass ich mich entschlossen habe, Sie nicht rauszuschneiden.





Wenn dir die Meditation gefallen haben, dann nutze Sie und mach sie täglich. Du kannst dich langsam steigern!

Alles Liebe 🧘‍♀️🙏🧘‍♀️

deine Laura


#wellbeing #psychologie #neurowissenschaft #mindfulness #achtsamkeit #meditation #meditationcongioia #positivepsychologie

Quellen:

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