• Laura Mörschburger

Warum es wichtig ist, für die Berufswahl seine Stärken zu kennen!

In meiner Erfahrung als Coach habe ich oft erlebt, dass eine hohe Diskrepanz zwischen dem, was wir denken, was wir wollen und dem, was uns dann tatsächlich glücklich macht, besteht.

Ein Beispiel, dem ich oft begegnet bin, ist die Jobwahl. Die absolute extrem Situation ist natürlich bei Juristen, die zum zweiten Mal durch ihr Examen fallen. In dieser Situation bricht erst einmal alles weg. Meine Aufgabe ist es dann, meinen Klienten dabei zu unterstützen, wieder in seine Kraft zu kommen. Es geht darum, eine neue Perspektive zu finden.


Doch was macht uns glücklich? Welche Faktoren müssen wir bei gerade bei der Job-Suche beachten? Die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Martin Seligman zeigen, dass der Gebrauch unserer Stärken, unser Wohlbefinden steigert. Und auch ich stelle immer wieder fest, dass meine Klienten, wenn sie sich über ihre Stärken bewusst werden, viel klarer in ihrer Entscheidungsfindung werden.


Doch was sind Stärken? Seligman definiert diese damit, dass Stärken kulturübergreifend sind, anderen nicht schaden und uns nachhaltig erfüllen. Im Endeffekt kann man das herunter brechen und einfach sagen, Stärken sind das, was du gerne machst. Dabei muss es die Bedingung "gut können" gar nicht zwangsmäßig erfüllen. Den Punkt finde ich aus zwei Gründen unglaublich wichtig.

1. In der Regel machst du das, was du gerne machst, oft und in dem, was du oft machst, wirst du auch gut.

2. Das heißt aber auch, dass eine Stärke eine Eigenschaft sein kann, die sich gerade entwickelt. Ich betone dies so sehr, da dieser positive Ansatz dir erlaubt auch eine noch nicht vollausgebildete Fähigkeit bereits als Stärke anzuerkennen. Und das wiederum führt dazu, dass du am Ball bleibst.

Interessant ist auch, dass Stärken eher als Trait einzuordnen sind, dass heißt dass diese auch langfristig stabil bleiben. Was wiederum gut ist, weil sie sich dann gut messen lassen. Und sehr interessant, weil das darauf hindeutet, dass es Teil deiner Persönlichkeit ist. Dazu zeigt auch Martin Seligman, dass die Charakterstärken nicht nur das abbilden, worin du besonders gut bist, sondern, dass Menschen auch die Überzeugung haben, dass diese Stärken wesentlich für sie sind. Wenn jemand beispielsweise "Liebe zum lernen" als Signaturstäke hat, fällt es dieser Person schwer, zu verstehen, wenn sich andere Menschen nicht für Lernen begeistern können. Das Nutzen der Stärken hat also eine tiefe Bedeutung.


Seine Signaturstärken zu kennen, ist wirklich ein game changer. Denn, wenn du deine Stäken gezielt einsetzt, dann bist du zum Einen besser, in dem was du machst, du gehst in deiner Arbeit auf und machst sie mit mehr Freude. Und das steigert natürlich dein Wohlbefinden und auch unsere Produktivität. Das sind dann Jobs und Karrieren, in denen du die größte Erfüllung erleben kannst.


Außerdem zeigt sich, dass mit dem Einsatz der Charakterstärken neben der Freude am Ausüben der Tätigkeit, auch das Wohlbefinden nachhaltig (bis zu sechs Monaten) gesteigert wird und dass depressive Verstimmungen nachlassen. Lohnt es sich auch, seine Karriere nach den Stärken auszurichten?


Und ja, es lohnt sich! Denn es zeigt sich tatsächlich, dass durch den Einsatz von Stärken, sich die Produktivität erhöht und auch der Job selbst mehr Spaß macht. Dadurch erhöht sich der Einsatz und es entsteht ein positiver Kreislauf. Also ja, es lohnt sich auf jeden Fall. Allerdings musst du jetzt nicht gleich deinen Job an den Nagel hängen, vielmehr ist es auch möglich sich zu überlegen, wie man Aufgaben, die man nicht so gerne macht, durch das Nutzen seiner Stärken angenehmer machen kann. Ein Beispiel ist dafür, dass ich administrative Aufgaben zum Beispiel gar nicht mag und ich Emails oft länger unbeantwortet gelassen habe. Ich hab mir jetzt aber angewöhnt, ein Spiel daraus zu machen, und mit mir selbst die Wette abzuschließen, dass mein Posteingang immer leer ist. Damit habe ich meine Stärken Kreativität und Spiel eingesetzt. Und eine früher unangenehme Aufgabe wird plötzlich leicht. Ich liebe diese Übung, weil sie dir erlaubt kreativ zu werden und du plötzlich Freude an einer bislang ungeliebten Aufgabe bekommst.


Interessant ist, dass sowohl das Nutzen der Stärken, als auch die dadurch generierten positiven Erfahrungen dazu beitragen, dass man davon überzeugt ist, dass das die Berufung ist.

Grundsätzlich gilt, je mehr deiner Signaturstärken du in deinem Job einsetzen kannst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du deinen Job nicht nur als Job wahrnimmst, sondern als Berufung bezeichnest. Für eine Neuorientierung ist diese Forschungsarbeit unglaublich interessant, da es bedeutet, dass du deine Berufung in verschiedenen Berufen finden kannst - solange du deine Stärken nutzt. Es geht also darum Wege, zu finden, um möglichst viele deiner Stärken einzusetzen.

Quellen:

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